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Die Bedeutung der Leberfunktion

Nachdem wir uns mit der Blutverdünnung und der Blutgerinnung beschäftigt haben, wenden wir uns nun der Art und Weise zu, in der Pradaxa im Körper verstoffwechselt wird. Nachdem die Vorstufe des Wirkstoffs Dabigatranetexilat über den Darm in das Blut aufgenommen wird, gelangt es wie alle Arzneimittel über die Pfortader in die Leber. Hier wird es von Esterasen zu Dabigatran metabolisiert, dem eigentlich aktiven Wirkstoff. Mit Dabigatranetexilat nimmt der Patient also eine Vorstufe des Wirkstoffs ein, das erst durch die Leber in seine aktive Form übergeführt wird. Das ist nichts ungewöhnliches. Es gibt eine Mehrzahl von Arzneimitteln, die in einer Vorstufe gegeben und vom Körper in die eigentlich aktive Substanz umgewandelt werden.

Allerdings ist zu beachten, dass schwerwiegende Leberfunktionsstörungen diesen Vorgang sehr deutlich einschränken und eine effektive Antikoagulation mit Pradaxa bei dieser Grunderkrankung nicht möglich ist.

Die Bedeutung der Nierenfunktion
Ist der Wirkstoff durch die Leber metabolisiert und bereitgestellt worden, entfaltet er seine Wirkung, wie zuvor geschildert.(Einfg.Blutgerinnung). Da aber der Patient immer wieder neuen Kapseln einnimmt, muss die im Körper vorhandene Substanz wieder ausgeschieden werden. Das ist bei jedem Arzneimittel so.

Auswirkungen des Alters auf Leber und Niere:
Im Alter nimmt die Funktion von Leber und Niere im Normalfall kontinuierlich ab. Das ist nicht krankhaft, das ist eine Folge des Alterns. Ich muss folglich bei der Therapie mit Medikamenten bei alten Patienten besonders vorsichtig sein. Das ist z.B. einer der Gründe, warum im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen, die Funktion dieser Organe geprüft wird.

Warum ist eine eingeschränkte Nierenfunktion bei der Verwendung von Pradaxa möglicherweise gefährlich?
Hier ist es wichtig zu verstehen, dass der Wirkstoff von Pradaxa zu 80% über die Niere ausgeschieden wird. Wenn der Patient allerdings unter einer eingeschränkten Nierenfunktion leidet, funktioniert dieser wichtige Schritt nicht. Der Wirkstoff von Pradaxa reichert sich immer mehr im Blut an. Mediziner sprechen von Kulmination.

Was bedeuten überhöhte Blutspiegelwerte des Wirkstoffes von Pradaxa für den Patienten?
Steigende Blutspiegel, wirken bei Arzneimitteln, deren Wirkung dosisabhängig ist, immer dazu, dass deren Wirkung zunimmt. Im Falle von Pradaxa nimmt folglich die blutverdünnende Wirkung zu. Das ist bei allen Antikoagulanzien so. Wenn die Dosis eine bestimmte Schwelle überschritten hat, dann funktioniert die Blutgerinnung gar nicht mehr. Der Patient erfährt als unerwünschte Arzneimittelwirkung (Nebenwirkung) das, was ein Bluter als Folge seiner Krankheit erleidet. Er ist permanent einem lebensgefährlichen Blutungsrisiko ausgesetzt.

Was kann man gegen die Gefahr überhöhter Blutspiegelwerte von des Wirkstoffs von Pradaxa tun?
Man kann die Blutspiegelwerte des Patienten kontinuierlich messen, wie das bei Marcumar geschieht. Damit schließt man das Risiko einer überhöhten Dosis aus, indem man die Einnahme des Dosis an die Organfunktionen des Patienten anpasst. Nur weil es ein neues Arzneimittel gibt, ändern sich die Grundlagen der Therapie mit Arzneimitteln nicht!

Der Hersteller von Pradaxa erklärt: Blutspiegelmessungen und laufende Dosisanpassungen sind unter der Therapie mit Pradaxa nicht erforderlich.
Wenn man die Rheologie des Blutes verändert und dabei das Thrombinsystem adressiert, dann ist es unser Eindruck, dass eine solche Aussage nicht tragfähig ist.

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